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16. Oktober 2017


Wohin mit dem schlechten Gewissen?
Wie Eltern mit diesem lästigen Begleiter umgehen können

Als Still- & Schlafberaterin kann ich - und damit will ich mich keineswegs meiner Verantwortung entziehen - gar nicht verhindern, bei manchen Eltern ein schlechtes Gewissen auszulösen. Zwar vermeide ich es, sie bei einem Kind auf vergangene "Fehler" hinzuweisen (dadurch werden sie nur in ihrem Elternsein geschwächt, ohne dass sich etwas  ungeschehen machen lässt). Wenn sie aber mit ihrem zweiten oder dritten Kind zu mir kommen und wir gemeinsam Wege erarbeiten, wie sie dieses Kind liebevoll begleiten können, taucht - wenn sie es beim ersten Kind ganz anders gemacht haben - unweigerlich das schlechte Gewissen auf. Haben sie nun ihr erstes Kind vernachlässigt oder - noch schlimmer - ihm Schaden zugefügt? Ich bin jedes Mal froh, wenn sie mich darauf ansprechen, denn dann können sie sich diesem schmerzlichen Gefühl stellen und es verarbeiten. 
Foto: www.pexels.com  

Es ist niemals meine Absicht, Eltern ein schlechtes Gewissen einzureden. Umgekehrt ist ein solches aber auch nicht einfach inexistent, wenn es nicht auftaucht. Es kann sich nur dann zeigen, wenn die Eltern in irgendeinem Punkt das Gefühl haben, versagt zu haben. Ich persönlich bin der Ansicht, dass es zum Elternsein dazu gehört, ab und zu ein schlechtes Gewissen zu haben, denn Fehler sind unumgänglich. Insbesondere beim ersten Kind - dem "Versuchskaninchen" sozusagen - sind alle Eltern noch unsicher und erliegen manchen Irrtümern. Im Moment erkennen sie das vielleicht nicht. Aber sie entwicklen sich als Eltern weiter, gewinnen an Erfahrung und Feingefühl. Beim zweiten und dritten Kind machen sie dann schon Vieles anders - so dass die Betreuung des ersten Kindes rückblickend automatisch als teilweise "falsch" erscheint. Und da Eltern in der westlichen Gesellschaft trotz Informationsflut höchst schlecht auf ihre Rolle vorbereitet werden, gibt es keine Paare, die von Anfang an alles richtig machen - seien sie noch so belesen oder intuitiv. Ich bin der Überzeugung, dass das so sein darf (bis zu einem gewissen Grad selbstverständlich). 

Werfen wir einen Blick in die Tierwelt, wird ersichtlich, dass auch viele Tiermütter beim ersten Wurf sehr unsicher sind. Manchen gelingt es erst beim zweiten oder dritten Versuch, ihre Jungen überhaupt am Leben zu erhalten. Die Natur nimmt das gelassen und gibt den Tiereltern mehrere Chancen. Von Mal zu Mal werden sie sicherer und kompetenter. Sehr berührend ist eine Geschichte im Buch "Bindung und Autonomie in der frühen Kindheit"  von Ursula Henzinger. Es geht um die Gans Feli, die im Rahmen eines Experimentes in Isolation, ohne mütterliche Zuwendung aufwächst. Es fällt ihr später sehr schwer, sich in die Gemeinschaft der anderen Gänse einzufügen. Die Aufzucht von Jungen gelingt ihr mehrere Jahre lang nicht - alle Küken sterben. Erst im sechsten Frühling schafft sie es - dank Unterstützung und zunehmender Feinfühligkeit - ihre Jungen ins Leben zu begleiten. 
Für mich zeigt diese Geschichte sehr eindrücklich, dass es nicht einfach angeboren ist, "gute/fehlerfreie Eltern" zu sein. Je nach eigenen Kindheitserfahrungen und Ressourcen sind wir bessere oder weniger gute Eltern. Aber ALLE Eltern können ihre Unsicherheiten überwinden und wachsen. Von Menschenmüttern wissen wir, dass sich ihr Gehirn mit jedem Kind weiter entwickelt - es werden ständig neue Synapsen gebildet und die zuständigen Bereiche vergrössern sich. Zeitweise ein schlechtes Gewissen zu haben, ist ganz normal; ich kenne keine Eltern, die davon verschont werden. Nur sollte es nicht dauerhaft präsent sein und die Freude am Elternsein komplett trüben. Kinder können nämlich auch dann glücklich aufwachsen, wenn nicht alles reibungslos läuft. Viel wichtiger als "perfekt" zu sein, finde ich, dem Kind (heute und später) mit Verständnis und Mitgefühl zu begegnen und es bei der Heilung zugefügter Wunden zu unterstützen. 

Zurück zu mir als Beraterin: Wenn Eltern mir berichten, dass sie ein schlechtes Gewissen haben, weil sie ihr erstes Kind ab und zu vernachlässigt haben, dann möchte ich sie davon entlasten. Aber nicht, indem ich sage: "Ach, das war bestimmt nicht so schlimm!". Damit würde ich sie nämlich nicht ernst nehmen. Was weiss ich denn, ob es für das Kind (und die Eltern) schlimm war oder nicht? Das einzige, was ich den Eltern mitgeben kann, ist, diese Gefühle anzunehmen, aber sich auf die Gegenwart und nicht die Vergangenheit auszurichten. Das heisst, hier und jetzt da zu sein, wenn ihr Kind sie braucht und ihm - wenn überhaupt nötig - nachträglich zu geben, was es damals nicht bekommen hat. Ich denke, es ist nie zu spät.

Sibylle Lüpold



3. August 2017


Vom weiblichen Mondkult zum männlichen Sonnenkult

Die Auswirkung der Sesshaftigkeit auf die frühe Mutter-Kind-Beziehung


Diesen Sommer besuchte ich mit meiner Familie Stonehenge und dachte darüber nach, was die Menschen vor 5000 Jahren dazu bewogen hat, diesen gewaltigen Steinkreis zu bauen. Eine Theorie besagt, er stehe symbolisch für den Übergang der weiblich orientierten Jäger-und-Sammler-Gesellschaft zum neuen, männlich geprägten Zeitalter des Ackerbaus... 

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15. Juni 2017


Der Einfluss der Sonne auf unseren Schlaf


Dass sich eine tägliche Sonnenlichtexposition positiv auf unseren Schlaf-Wach-Rhythmus auswirkt, ist längst erwiesen. Für „Mehr Licht!“ plädiert auch der Schlafexperte Peter Spork in seinem Buch „Wake up! Aufbruch in eine ausgeschlafene Gesellschaft“. Via Lichtsensoren in der Netzhaut der Augen erhält unser Organismus die nötigen Impulse, um entweder wach zu sein (tagsüber) oder schläfrig zu werden (abends, wenn es dunkel wird)...  (weiterlesen)

8. Juni 2017


Ein Kind ist keine Puppe, die auf Knopfdruck schläft!

 

Eine neue amerikanische Studie von Ian M. Paul et al.* verkündet die höchst bedenkliche Botschaft, dass ein frühes Ausquartieren des Kindes aus dem Elternschlafzimmer zu früherem Durchschlafen und einer längeren Schlafdauer insgesamt führe. Die Forscher hinterfragen und kritisieren nun anhand dieser einen, aus wissenschaftlicher Sicht mangelhaften Studie die internationale, kinderärztliche Empfehlung, die besagt, dass ein Kind im ganzen ersten Lebensjahr im Schlafzimmer der Eltern schlafen soll, da es dort am sichersten ist...  (weiterlesen)

Foto: www.pexels.com 



Mother-Infant Room-Sharing and Sleep Out-comes in the Insight Study. PEDIATRICS 2017

6. Juni 2017


Ein bisschen Schreienlassen?


Eltern spalten sich in Bezug auf das Thema "Schlafenlernen" grob gesehen in zwei Lager: Die einen wenden Schlaftrainings wie die Ferber-methode an, um ihr Kind zum Durchschlafen zu bringen; den anderen hingegen ist es wichtig, eine Form der nächtlichen Betreuung zu finden, bei der ihr Kind nicht schreien gelassen wird. In der Schlafberatung outen sich ganz viele Eltern gleich zu Beginn: „Wir brauchen Unterstützung in Bezug auf das Schlafverhalten unseres Kindes, aber bitte ohne Schreienlassen!“...  (weiterlesen


Foto: www.pexels.com

15. März 2017


Es ist nicht egal, wie wir einschlafen!


Die meisten Eltern wären sich darin einig, dass es nicht ratsam ist, ein Kind vor dem Einschlafen einen Horrorfilm anschauen zu lassen. Es könnte aufgrund der ausgelösten Ängste nämlich nicht gut einschlafen. Tatsächlich macht es Sinn, vor dem Schlafen Aufregung und belastende Gefühle zu vermeiden und dafür die Entspannung zu fördern. Die Schlafforschung konnte belegen, dass Eindrücke kurz vor dem Schlafen besonders gut abgespeichert werden. Das Erlernen einer neuen Sprache gelingt folglich viel besser, wenn man die neuen Wörter abends studiert. 
Bereits bei kleinen Kindern verstärkt Schlaf das
 Erinnerungsvermögen. (Studie) Alleine Einschlafen zu müssen löst bei den meisten kleinen Kindern Gefühle der Angst, Einsamkeit und Ohnmacht aus. Genau das wird nun vermutlich besonders gut und bei Wiederholung dauerhaft gefestigt. Kinder, die hingegen liebevoll in den Schlaf begleitet werden, solange sie dies brauchen, speichern Gefühle der Sicher- und Geborgenheit ab – ein Geschenk fürs Leben.


Foto: www.pexels.com

26. Januar 2017


Die Natur hat mit »Glucken« gerechnet


In meinen Beratungen erlebe ich es leider immer wieder, dass liebevolle Mütter durch den Vorwurf Aussenstehender, sie würden ihr Kind mit zu viel Zuwendung verwöhnen oder sogar in seiner Entwicklung behindern, verunsichert werden. Diesen Müttern habe ich ein Kapitel in meinem Buch "Stillen ohne Zwang" gewidmet:


»Glucke« ist ein Begriff aus der Tierwelt und bezeichnet eine Mutterhenne, die ihre Küken wärmt, füttert und beschützt. Umgangssprachlich werden auch Menschenmütter so bezeichnet, die sich intensiv um ihre Kinder kümmern. Was in der Tierwelt eine durchaus überlebensnotwendige Funktion hat, wird bei den Menschen interessanterweise belächelt oder sogar kritisiert.Wird eine Mutter als »Glucke« bezeichnet, ist das keineswegs als Kompliment für ihren wertvollen Einsatz gemeint. Vielmehr wird ihr der Vorwurf gemacht, sie würde ihre Kinder mit ihrer übermäßigen und eigentlich unnötigen Fürsorge erdrücken... (weiterlesen)


218. Oktober 2016


Modernes Nomadenleben


Hier findest Du Doros Bericht über das Reisen und Schlafen mit zwei kleinen Kindern im Reisebus. Er zeigt wunderbar, dass Kinder keine eigenen Kinderzimmer brauchen, sondern dass die Zeit mit und Nähe zu den Eltern die tragenden Elemente glücklicher Kindernächte sind.

Herzlichen Dank, Doro, dass Du uns an Eurer Erfahrung ein Stückweit teilnehmen lässt!   






Foto: www.pexels.com

24. Juli 2016


Eltern wollen Nähe - Verteidigung einer Sehnsucht

Rezension zum Buch von Stefanie Selhorst und Michael Miedaner, Christiana Verlag 2016



Die kollektive Verdrängung des Trennungsschmerzes

 

Es gibt kaum ein Thema, das gleichzeitig so emotionsgeladen ist und so wenig wirkliche Gefühle zulässt, wie die Diskussion über die frühe (Fremd)betreuung. Die Geister spalten sich an der Frage, wo und von wem ein Kind am besten betreut wird. Trotzdem wagt kaum jemand, sich ehrlich darüber zu äussern, denn man kann dabei fast nur ins Fettnäpfchen treten. Diejenigen, die dafür einstehen, dass Kinder zu Hause und bei ihren Müttern am besten aufgehoben sind, kritisieren – ob sie es wollen oder nicht – diejenigen Eltern, die sich dafür entscheiden – aus welchem Grund auch immer – ihr Kind in Fremdbetreuung zu geben. Die Befürworter der frühen Fremdbetreuung machen umgekehrt den „Familienbetreuern“ nicht selten den Vorwurf, sie würden ihrem Kind nicht genügend Entwicklungsmöglichkeiten bieten... (weiterlesen)


21. Juni 2016


Was ist EEH?

Im Gespräch mit Cornelia Reichlin, EEH-Therapeutin, Leiterin der Zentrums „aava“ in Basel  www.corneliareichlin.ch

Die EEH (Emotionelle Erste Hilfe) eignet sich als körpertherapeutische Therapie wunderbar als Ergänzung bei vielen Still- und Schlafproblemen, die nicht mit Wissensvermittlung und konkreten Massnahmen verbessert werden können. Die EEH bietet eine ideale Grundlage für eine sichere Eltern-Kind-Bindung mit Auswirkungen auf die ganze zukünftige Beziehung und Entwicklung. Negative Emotionen sollen nicht verhindert oder beseitigt werden, vielmehr soll ein Rahmen entstehen, in dem sich Eltern und Kinder wertfrei ausdrücken dürfen und sich verstanden fühlen. Dies stärkt das gegenseitige Vertrauen und den Zugang zur Intuition

 

Sibylle: Kannst Du in wenigen Worten erklären, was die EEH (Emotionelle Erste Hilfe) ist und für wen sie konzipiert wurde?


Conny: Die Emotionelle Erste Hilfe ist eine körperorientierte Kurzzeit-Therapie für Eltern und Babys in emotionellen Krisen nach der Geburt. Sie setzt überall dort an, wo Eltern und Kinder Belastendes erlebt haben oder sich in einer belasteten Situation täglich wiederfinden. Die EEH begleitet Familien in schwierigen Situationen zu mehr Sicherheit, Kompetenz und gestärkter Bindung... (weiterlesen)

 

15. Juni 2016


Mein Kind schläft endlich gut... 

Kindernächte im Rückblick der Eltern



Eltern, die sich mit Fragen zum Schlafverhalten ihres Kindes an uns wenden, stehen meistens noch ganz am Anfang ihres Elternseins. Oft sind sie unsicher und zweifeln an ihren eigenen Fähigkeiten.  

 

Widersprüchliche Ratschläge von aussen verstärken diesen Zustand und schüren die Angst, etwas falsch zu machen oder den richtigen Zeitpunkt zu verpassen. Für Eltern ist es hilfreich zu verstehen, wie die kindliche Schlafentwicklung natürlicherweise verläuft und dass sie nicht aktiv mit irgendwelchen erzieherischen Methoden eingreifen müssen... (weiterlesen)